Grundsätzlich gehen wir aus von Artikel 32 der UN-Konvention über die Rechte des Kindes (1989).
Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes an, vor wirtschaftlicher Ausbeutung geschützt und nicht zu einer Arbeit herangezogen zu werden, die Gefahren mit sich bringen, die Erziehung des Kindes behindern oder die Gesundheit des Kindes oder seine körperliche, geistige, seelische, sittliche oder soziale Entwicklung schädigen könnte.
1) Alle Kinder haben das Recht auf Bildung. (cf. Artikel 28). Auch arbeitenden Kindern muss schulische und berufliche Ausbildung ermöglicht werden.
2) Kinderarbeit kann nicht generell verboten werden, da das Abschaffen von Kinderarbeit zurzeit nicht realistisch ist. Ein generelles Verbot würde arbeitende Kinder in die Illegalität versetzen und sie in Ausbeutung bzw. Abhängigkeit treiben.
3) Kinderarbeitern stehen die gleiche Bezahlung und die gleichen Arbeitsrechte wie den Erwachsenen zu. Sie haben ein Recht auf Mitsprache und auf freie Meinungsäußerung in den sie betreffenden Angelegenheiten. (cf. Artikel 12 und Artikel 13)
In jedem Fall verurteilen wir Arbeit, die ausbeuterisch, gesundheitsgefährdend, entwicklungshemmend und sklavenartig ist.
4) Arbeit kann Kinder in ihrer Entwicklung weiterbringen: Sie lernen Verantwortung für sich und ihre Familie übernehmen und erwerben Grundkenntnisse und Fähigkeiten fürs spätere Leben.
Auf längere Sicht jedoch wünscht AEI sich für alle Kinder ein Aufwachsen ohne Kinderarbeit. Sie sollen ihre Persönlichkeit, ihre Begabung und geistigen und körperlichen Fähigkeiten voll zur Entfaltung bringen können.
Alle Kinder, des Südens und des Nordens, sollen auf ein verantwortungsbewusstes Leben im Geist der Verständigung, des Friedens und der Toleranz vorbereitet werden. (cf. Artikel 29 und 31)
5) Die Ursachen der Kinderarbeit müssen bekämpft werden.
Die Ursachen in Indien zu bekämpfen, ist Aufgabe der indischen Regierung. Sie hat für entsprechende Schutzgesetze, sowie für ein funktionierendes, den Bedürfnissen angepasstes, Schulsystem zu sorgen. Die indische Regierung muss entschlossen die eigene Verfassung umsetzen, und sich für gleiche Rechte für alle einsetzen. (keine Diskriminierung durch Kaste, Geschlecht, Religion)
Die Regierungen der Industriestaaten sind für gerechte und faire Beziehungen mit den Ländern des Südens verantwortlich; sowohl in ihren direkten Beziehungen als auch über den Umweg von internationalen Institutionen wie Weltbank oder Internationaler Währungsfond. Außerdem müssen sie dafür sorgen, dass im internationalen wirtschaftlichen Bereich soziale und ökologische Normen eingehalten werden.
6) Dort wo der Staat nicht selbst handelt, müssen Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO bzw. ONG) , im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Ursachen von Kinderarbeit selbst bekämpfen.
Sie haben die Aufgabe:
- über bestehende Probleme, Ursachen und Hintergründe zu informieren und aufzuklären,
- zu versuchen, Mentalitäten (wie z.B. Gleichgültigkeit und Egoismus) zu verändern,
- die Öffentlichkeit zu mobilisieren.
In Indien muss Druck auf die Regierung ausgeübt werden, damit bestehende Gesetze auch befolgt werden und die Verfassung respektiert wird.
In den Industriestaaten muss Druck auf die Regierungen ausgeübt werden, damit die Beziehungen mit den Ländern des Südens gerecht und fair ablaufen.
Die NROs des Nordens sollen ihre Partnerorganisationen des Südens bei der Durchführung ihrer Projekte unterstützen.
7) Jede(r) ist mitverantwortlich. Die Zukunft aller Kinder, des Südens und es Nordens, hängt von unserer eigenen Lebenseinstellung, unserem Konsumverhalten, unseren Interessen und unserem Einsatz ab.
